| Asche in Gold
Ungeliebt, unverstanden und ausgenutzt fühlt sich Aschenputtel undtrauert um die verstorbene Mutter. Wer erlöst sie aus ihrem Elend? Gelingt es ihr selbst, sich dem Leben wieder zu öffnen und sich den Traum vom Glück zu erfüllen?
Nach den erfolgreich gelaufenen Theaterproduktionen „Hänsel und Gretel“ (Mai 2005) und „7 auf einen Streich“ (Mai/Juni 2006) soll nun ein drittes Märchenprojekt zur Aufführung kommen. Die künstlerisch-theatrale Auseinandersetzung mit Inhalten aus dem Bereich der Märchenwelt im Kontext von Gehörlosenkultur hat sich als sehr inspirierend und geeignet erwiesen.
Deshalb vollenden wir nun die geplante Märchentriologie mit einer Interpretation von „Aschenputtel“ der Gebrüder Grimm.
Wiederum basierend auf einer Idee und unter der Regie von Doris Schüchner, wird das Märchen in eine für gehörlose sowie hörende ZuschauerInnen sinnvolle dramaturgische Fassung gebracht.
Eine Mischung aus verzauberter Märchenwelt und realen Alltagssituationen stellte schon bisher eine neuartige und eigenwillige Sichtweise der Inhalte dar. Nun soll das Drama von Aschenputtel auf seine Qualitäten als Psychothriller untersucht werden. „Opfer“- und „Täter“-Rollen, Ängste und Hoffnungen, Themen wie Aufopferung, Überforderung, Ungerechtigkeit, Autoaggression, Trauer sowie Selbstdurchsetzung werden „zur Sprache“ und in eine heute mögliche Fassung gebracht.
Der bekannte Inhalt stellt eine gute Voraussetzung dar, dem Verständnis gehörloser gleichermaßen wie auch hörender RezepientInnen gerecht werden zu können.
Die Informationsvermittlung erfolgt in österreichischer Gebärdensprache, Emotionen sowie allgemeingültige Semiotik, Mimik und Gestik tragen zum Verstehen bei.
Nachdem der Inhalt des Stückes sowohl gehörlosen als auch hörenden ZuschauerInnen vermittelt wird, ist eine bildhafte Visualiserung wichtig. Lichtgestaltung als zentraler Baustein spielt deshalb wiederum eine wichtige Rolle.
Musik als emotionstragendes Element wird erneut zum Einsatz kommen, wobei hierbei darauf geachtet wird, nicht nur hörende ZuseherInnen zu erreichen, sondern durch tieffrequente akustische Elemente auch den Spürsinn hörbeeinträchtigter Menschen einzubeziehen.
Die Cello-Live-Performance wird durch elektronische Musik „aufgefettet“. Zusätzlich wird das Medium Film beigezogen und der theatrale Raum dadurch erweitert.
Die Theatergruppe setzt sich aus gehörlosen LaienschauspielerInnen zusammen. Der Großteil der Mitwirkenden konnte bereits im Rahmen der letzten Inszenierungen ihre schauspielerischen Qualitäten unter Beweis stellen.
Für Realisation der geplanten Produktion ist wiederum ein professionelles künstlerisches Team verantwortlich.
Die Theaterarbeit hat natürlich auch einen gesundheitspsychologischen „Nebeneffekt“: Identitätsentwicklung innerhalb der Gehörlosenkultur, theatraler Selbstausdruck in Verbindung mit karthatischen Elementen als Möglichkeit zur psychischen Stabilisierung, ein hohes Selbstwirksamkeitserleben im Projektverlauf, das Erlebnis Gruppe und die dadurch gegebene Verankerung in einem sozialen Netzwerk, sowie das „Flow“-Erlebnis auf der Bühne verleihen dem Projekt auch einen therapeutischen Charakter und tragen somit wesentlich zur Stabilisierung der psychischen Gesundheit der mitwirkenden Personen bei.
Besetzung
| Darsteller: |
Sonja Baumgartner
Ulli Kreindl
Maria Koch
Romana Krause
Ying Ni
Erika Raspotnik
Anna Steinhögl
Klaus Hofmann
Peter Langer
Klaus Patzak
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| Regie: |
Doris Schüchner |
| Kostüme: |
Natascha Wöss |
| Licht / Bühne / Technik: |
Alexander Böhmler |
| Cello: |
Anna Maria Hofstätter |
| Musik: |
Franz „Flieger“ Stögner |
| Video: |
Herbert Gutauer |
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